Status und Entwicklung des Versicherungsmarktes 2020:

In eigener Sache:

Carl Jaspers ist in diesem Jahr 15 geworden und kann damit auf 15 Jahre erfolgreiche Tätigkeit als Berater zurückblicken. Für uns ist das Ansporn, uns weiter zu entwickeln und uns den immer neuen Herausforderungen im Interesse unserer Kunden zu stellen.

Auf die Ihnen bekannten Mitarbeiter müssen Sie dabei ebenso wenig verzichten wie auf die gewohnte Zuverlässigkeit und Transparenz unseres Handelns. Gleiches bringen wir aber auch den Versicherern entgegen, ohne deren Vertrauen wir unsere Lösungen für Sie in einem herausfordernden Markt nicht umsetzen könnten.

Herr Dipl.-Wirt.-Ing. Cihan Ülker, ein Mitarbeiter der ersten Stunde, wurde Anfang des Jahres als weiterer Geschäftsführer bestellt und wird seine erfolgreiche Arbeit in der Kundenbetreuung und Neukundengewinnung fortsetzen.

Mit der Gründung der Carl Jaspers International GmbH haben wir unsere Auslandsaktivitäten verstärkt. Neben der Koordination der internationalen Versicherungsprogramme unserer Maklerkunden, werden wir diese Dienstleistung künftig auch unabhängig von einem Maklermandat anbieten. Frau Jana Altuncu als Geschäftsführerin hat mit ihrem Team und einer Vielzahl von Partnern im In- und Ausland das Ziel, die Auslandsaktivitäten unserer Kunden noch wirkungsvoller zu unterstützen.

Im Bereich der Cyber-Versicherung haben wir weitere Expertise aufgebaut, um Sie in diesem wichtigen und stark wachsenden Segment auch in Zukunft angemessen betreuen zu können.
Unsere Mitarbeiterzahl ist 2020 insgesamt unverändert geblieben. Neben dem festen Stamm erfahrener MitarbeiterInnen bringen Werkstudent(inn)en der TH Köln viele kreative Ideen ein und eröffnen uns die Möglichkeit, junge Talente frühzeitig zu erkennen und für uns zu gewinnen.

Covid-19 hat uns, wie vielen anderen Unternehmen auch, gezeigt, dass HomeOffice und Videokonferenzen sinnvolle Instrumente eines flexiblen Arbeitsumfeldes sind, die auch dauerhaft das Spektrum unserer Möglichkeiten ergänzen werden. Der persönliche Kontakt zu Ihnen hat jedoch unverändert hohe Priorität für uns. In diesem Sinne freuen wir uns auf die hoffentlich bald wieder möglichen persönlichen Begegnungen mit Ihnen.

Bei der Lektüre dieser Kundeninformation werden Sie feststellen, dass Covid-19 zwar auch das Geschehen auf dem Versicherungsmarkt stark beeinflusst, aber nicht die einzige Entwicklung ist, die uns 2020 innovative Lösungen abverlangt hat und auch 2021 weiter abverlangen wird.

Unser Blick auf den Versicherungsmarkt

Covid-19 – das beherrschende Thema des Jahres 2020

Die Corona-Pandemie ist nicht nur im öffentlichen Leben, sondern auch in der Wirtschaft weltweit das herrschende Thema 2020 und wird diese Stellung in 2021 sicher nicht abgeben.

Auf die ohnehin schon angespannten Versicherungsmärkte hat die Pandemie als Verstärker und Beschleuniger gewirkt. Covid-19 hat in den Bilanzen der Versicherer zu einer deutlichen Ergebnisbelastung geführt. Zu den prognostizierten weltweiten Gesamtaufwendungen für versicherte Schäden von mehr als $ 100 Mrd. haben Corona-bedingte Betriebsschließungen und Ausfälle von Veranstaltungen maßgeblich beigetragen. Dazu kommen verringerte Zinseinnahmen als Folge des verschärften Niedrigzinsumfeldes.

Für die Versicherer hat sich der Handlungsdruck, die seit vielen Jahren defizitären Ergebnisse in der Industrieversicherung zu verbessern, dadurch noch verschärft.

Infolge der bereits eingetretenen und noch zu erwartenden Umsatz- und Ertragsrückgänge in großen Teilen der Wirtschaft stehen aber auch Sie als Versicherungsnehmer vor der großen, teilweise existenziellen Herausforderung, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu mindern.

In dieser für alle Parteien herausfordernden Situation ist es vor allem unsere Aufgabe als Makler und Berater dafür zu sorgen, dass im Dialog zwischen Unternehmen und Versicherern bei den Vertragsverhandlungen keine pauschalen Sanierungsmaßnahmen greifen, sondern die individuellen Gegebenheiten der Unternehmen adäquat Berücksichtigung finden. Hierzu gehört z.B. auch eine angemessene Ausgestaltung der vielfach geforderten Pandemie-Ausschlussklauseln.

Ob und in welcher Form Pandemierisiken künftig wieder versichert werden können, hängt davon ab, ob und in welcher Form sich der Staat an denkbaren Lösungen beteiligt.

Die kritischsten Geschäftsrisiken der Jahre 2016-2020 in Deutschland

In der Liste der Top-Risiken haben sich die Risiken Betriebsunterbrechung und Cyber an den beiden ersten Positionen dauerhaft etabliert:

Quelle der Angaben:

Allianz Risk Barometer 2016-2020 – Allianz Global Corporate & Specialty SE, 2020 und früher (Befragungen von Risk Management-Experten der Unternehmen, hier: Deutschland)

Die zugrunde liegende Befragung hat Ende 2019 / Anfang 2020 stattgefunden. Das Risiko Pandemie wird im nächsten Jahr sicher unter den TOP Risiken auftauchen.

Haftpflicht-Versicherungen – selektive Anpassungen

Die Entwicklung der letzten Jahre im Segment der gewerblichen und industriellen Haftpflichtversicherung setzt sich weiter fort. Flächendeckende Bemühungen der Versicherer, das Prämienniveau nachhaltig anzuheben, sind nicht festzustellen. Vielmehr werden Bestände selektiv nach schadenbelasteten Risiken untersucht und individuell angepasst (Prämienerhöhungen, Erhöhung von Selbstbehalten und / oder Einschränkung von Sublimiten). Verträge mit unauffälligen Schadenverläufen können hingegen größtenteils unverändert verlängert werden.

Für Risiken aus dem Bereich der KFZ-Zulieferer gilt diese allgemeine Tendenz indes nicht. Insbesondere bei Rückrufkostendeckungen agieren die Versicherer zunehmend restriktiver. Hohe Kapazitäten einzelner Versicherer werden seltener bereitgestellt. Weitere Prämienerhöhungen und Einschränkungen im Deckungsumfang sind unabhängig von der Schadenhistorie zumindest in naher Zukunft zu erwarten.

D&O Versicherung – die Luft wird dünn

D&O-Policen sichern u.a. Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte gegen Schadenersatzansprüche ab, die aus ihrer Tätigkeit als Organ einer Gesellschaft resultieren.

Während sich auf der einen Seite die Haftungsrisiken für Manager durch rechtliche Veränderungen (Datenschutzgrundverordnung, Verbandssanktionengesetz, Geschäftsgeheimnisgesetz) und nicht zuletzt durch die Covid-19-Krise verschärfen, ziehen sich Versicherer teilweise aus dem D&O-Markt zurück.

Was einige von Ihnen schon dieses Jahr im Rahmen der Vertragsverhandlungen für 2021 teilweise selbst erleben mussten, waren erhebliche Prämienerhöhungen sowie Reduzierungen der Deckungssummen auf 10 und 15 Mio. €. Darüber hinaus sollen die Versicherungsbedingungen zu Lasten der Deckungsqualität eingeschränkt werden.

Wir sehen unsere vordringliche Aufgabe darin, dass pauschale Maßnahmen der Versicherer durch Herausarbeitung der individuellen Risikosituation unserer Kunden mit belastbaren Risikoinformationen abgewehrt bzw. zumindest abgefedert werden. Daneben gilt es, auch vermeintlich geringfügige Bedingungsveränderungen auf ihre relevanten Auswirkungen zu prüfen und mit den Versicherern nachzuverhandeln. Als Beispiele können in diesem Zusammenhang die Absicherung von Risiken aus der Vergangenheit und Deckungsausschlüsse mit Zielrichtung auf Insolvenz-, Cyber- und Covid-19-Risiken dienen.

Cyber – schon jetzt die größte Bedrohung?

ZDFheute am 10.12.2020:

„Unbekannte Hacker sind in die Rechner der Europäischen Arzneimittelbehörde eingedrungen. Dabei wurden Daten von Biontech und Pfizer gestohlen.“
Spätestens dieses Ereignis zeigt, dass Cyber-Täter und Cyber-Ereignisse keine Grenzen kennen, weder geographische, nationale noch ethische.

Die gestiegenen Schadenzahlungen, die Vielzahl von Einzelschäden aufgrund einer Ursache (z.B. durch Verschlüsselungstrojaner wie Not-Petya) und zusätzliche Einfallstore durch verstärktes Arbeiten von Zuhause führen auch auf dem Cyber-Versicherungsmarkt zu Kapazitätsreduzierungen, Prämiensteigerungen und selektiver Zeichnungspolitik auf Grundlage erhöhter IT-Sicherheitsanforderungen. Das Nichterfüllen von Mindestanforderungen kann als Obliegenheitsverletzung zum vollständigen oder teilweisen Versagen von Versicherungsschutz führen.

Bei einer Befragung von Risk Management-Experten haben 44% aller Befragten Cyber als eines der TOP-Risiken für das eigene Unternehmen bezeichnet (siehe oben). Gleichzeitig verwundert es, dass nach diversen Schätzungen von Versicherern und Maklern, abgesehen von den Großunternehmen, weniger als 30% der Unternehmen eine Cyber-Versicherung abgeschlossen haben oder konkret darüber nachdenken.

Auch wenn diese Versicherungssparte bereits seit mehreren Jahren auf dem Markt ist, mittlerweile viele Marktteilnehmer Cyber-Versicherungen anbieten und der GDV Muster-Versicherungsbedingungen veröffentlicht hat, sind die Angebote wenig vergleichbar.

Cyber-Haftpflicht, Cyber-Betriebsunterbrechungs- und Kosten-Versicherung (Forensik, Wiederherstellung von Daten, Beratung etc.) gehören zum Kern aller Deckungen. Bei der Ausgestaltung der Bausteine zeigen sich jedoch im Detail deutliche Unterschiede.

Hier gilt es für uns als Makler und Berater, auf Grundlage der jeweiligen Risikophilosophie unserer Kunden und einer gemeinsamen Risikoanalyse den konkreten Bedarf zu ermitteln und das Angebot mit der besten „Passform“ auszuwählen. Die Ergänzung des Standard-Versicherungsproduktes durch unsere individuellen Zusatzvereinbarungen mit dem jeweiligen Versicherer dient der Erweiterung und Klarstellung des Versicherungsschutzes.

In den klassischen Versicherungssparten werden verstärkt Klauseln diskutiert, mit denen Schäden infolge von Cyber-Vorfällen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden sollen. So zum Beispiel in der Sachversicherung Feuerschäden infolge von Cyber-Angriffen (sog. “Silent Cyber-Risiken“, die bislang nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind). Hier gilt es, entstehende, signifikante Deckungslücken zwischen der Cyber-Versicherung und der Sachversicherung zu erkennen und soweit möglich zu schließen. Zum Thema Cyber werden wir Sie Anfang 2021 in einem Sondernewsletter detaillierter über die Marktsituation informieren.

Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen – weiterhin angespannt

Die Situation in der Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung ist gekennzeichnet durch

  • ein unvermindert hohes Schadenaufkommen,
  • einen fortgesetzten Trend zu großen, komplexen Betriebsunterbrechungsschäden, deren Höhe im Durchschnitt den auslösenden Sachschaden um 45 % übersteigt,
  • eine weiterhin hohe Zahl von Schäden durch Naturereignisse (Sturm, Hagel, Starkregen usw.),
  • zunehmende Abhängigkeiten in globalen Lieferketten, aber gleichzeitig reduzierte Kapazitäten in der Versicherung von Rückwirkungsschäden. Letzteres insbesondere dann, wenn keine qualifizierten Informationen über die Lieferanten vorliegen,
  • neue Schadenkonstellationen wie Unterbrechungen in der digitalen Supply Chain (Nichtverfügbarkeit kritischer Daten und Technologie).

Nach mehreren Jahren mit Prämienerhöhungen liegen die Beiträge aus Sicht der Versicherer immer noch nicht auf dem erforderlichen Niveau.
Die Zahlen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigen daher auch seit mehreren Jahren ein aus Sicht der Versicherer unbefriedigendes Verhältnis von Prämien und Schäden:

Quelle: GDV-Daten
Zu berücksichtigen ist bei der obigen Graphik, dass die Kosten der Versicherer noch nicht enthalten sind.

Auch in diesem Jahr ist das Bestreben aller Versicherer spürbar, das Prämienniveau flächendeckend anzuheben und sich dabei nicht mehr auf bestimmte Branchen und individuell hohe Schadenbelastungen zu konzentrieren.

Der Trend zu Forderungen nach höheren brandschutztechnischen Mindeststandards hält unvermindert an. Bei Nichterfüllung dieser Standards haben wir in den laufenden Verhandlungen schon „Abwehrprämien“ und Vertrags-/Beteiligungskündigungen erlebt.

Es bedarf daher einer unternehmensindividuellen Analyse und Bewertung sowie einer darauf aufbauenden, differenzierten Ausschreibung, um ausreichende Deckungskapazitäten zu adäquaten Preisen zu erlangen. Unsere Kundenbetreuer arbeiten gemeinsam mit unserer Fachabteilung an der für Sie jeweils günstigsten Lösung unter Berücksichtigung aller sich bietender Möglichkeiten.

Versicherungssteuerreform – potenziell höhere Versicherungssteuerbelastung ab 2021

Der deutsche Gesetzgeber hat am 27.11.2020 eine Reform des Versicherungssteuergesetzes im Eilverfahren verabschiedet („Gesetz zur Modernisierung des Versicherungssteuerrechts und zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften“). Das Gesetz ist am 10.12.2020 in Kraft getreten und bereits ab dem 01.01.2021 haben die Neuerungen Auswirkungen auf Versicherungsverträge. Die (neu eingeführte) Anwendung der deutschen Versicherungssteuer auf Risiken in sog. Drittländern kann zu einer höheren Steuerlast für international agierende Unternehmen führen.

Im Vergleich der alten mit der neuen Gesetzeslage ergibt sich folgendes Bild:

1) Lokale Versicherungssteuern und Abgaben werden auf die deutsche Versicherungssteuer nicht angerechnet (Doppelbesteuerung).

2) Konditions- und Summendifferenzdeckung des deutschen Mastervertrages zur Anpassung des Versicherungsschutzes durch die lokalen Policen.

Crisis-Protect – Schutz in Krisensituationen

Carl Jaspers bietet seinen Kunden ab 2020 als kostenlose Serviceleistung einen weltweiten Schutz für Mitarbeiter in Krisensituationen.

Neben Maßnahmen eines Krisenmanagements wie der Einrichtung eines Krisenstabes, der Krisenintervention und der Bereitstellung einer 24/7 Emergency-Hotline gehören sonstige Kosten, z.B. psychologische Betreuung, PR-Beratung, Evakuierungs- und Rückführungskosten, Gutachter- und Rechtsberatungskosten zu den versicherten Leistungen für unsere Kunden.

Unser Ausblick auf 2021

Die Pandemie wird uns voraussichtlich noch bis weit ins Jahr 2021 beschäftigen. Gleichzeitig wird sich die Lage an den nationalen und internationalen Kapitalmärkten nicht positiv verändern. Daher wird es noch mehr darauf ankommen, die eigenen Risiken zu identifizieren und zu quantifizieren. Auf dieser Basis sollte dann das Versicherungskonzept auf das nötigste Maß beschränkt werden.
Die auf diesen Seiten angesprochenen Punkte stellen eine Auswahl an Schwerpunktthemen dar, mit denen wir uns in 2020 befasst haben und mit denen wir uns 2021 unseres Erachtens weiter beschäftigen müssen.

Sofern Sie zu diesen oder anderen Themen weitere Informationen wünschen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Für Ihr Vertrauen möchten wir uns bei dieser Gelegenheit herzlich bedanken.

Ralf Berger                Markus Müller               Cihan Ülker

pdf – Marktsituation 2020

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